Nagelplatte

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Nagelplatte

Im Hallenbau sind häufig große Stützweiten zu überbrücken. Hier stoßen Sparren- oder Pfettendachkonstruktionen an ihre statischen Grenzen. Ein Fachwerk aus Druck- und Zugstreben ist eine kostengünstige Alternative. Damit ein tragfähiges Fachwerk entsteht, müssen die Einzelteile an den Knotenpunkten entweder zimmermanns- oder ingenieursmäßig miteinander verbunden werden. Der oben gezeigte Nagelplattenbinder ist die kostengünstigste und konstruktiv einfachste Variante im Hallenbau und wird von großen Handelsketten (Aldi, Lidl etc.) zum Ladenbau eingesetzt. Die Konstruktionshölzer werden stumpf gestoßen und durch eine Blechplatte mit ausgekanteten "Nägeln" verbunden. Auf diese Art können große Dreiecke entstehen die ein Pult- oder Satteldach bilden, es ist aber genauso gut möglich einen viereckigen Binder für ein Flachdach herzustellenen.

Der Nachteil des Nagelplattenbinders besteht in seinem Brandverhalten. Obwohl Konstruktionen aus Nagelplattenbindern von unten mit einer abgehängten Decke verkleidet werden, versagen sie unter Brandeinwirkung sehr schnell. Von der Alarmierung der Feuerwehr bis zum Einsturz vergehen oft weniger als zwanzig Minuten. Genau in diesem Zeitfenster ist es am wahrscheinlichsten, dass sich Einsatzkräfte der Feuerwehr zur Brandbekämpfung und Menschenrettung im Gebäude befinden und sich hierbei einem hohen Risiko aussetzen müssen. Besonders tückisch ist hierbei die Tatsache, dass von aussen nicht sofort ersichtlich ist, ob Nagelplattenbinder in einer Dachkonstruktion verbaut sind.