Holzschädlinge

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Bei den Schädlingen unterscheidet man pflanzliche (Pilze) und tierische Schädlinge. Allen gemeinsam ist, dass sie es auf die im Holz gespeicherte Feuchtigkeit angewiesen sind. Die tierischen Schädlinge sind zumeist die Larven und Raupen verschiedener Käferarten. Der Käfer selbst kann zumeist nur das Holz von außen schädigen, während Larven und Raupen in das Holz eindringen. Sie sind die Hauptschädlinge und leben zumeist über mehrere Jahre.

  • pflanzliche Schädlinge - Hausschwamm, brauner Keller- oder Warzenschwamm, weißer Porenschwamm,
  • tierische Schädlinge - Hausbock, Klopfkäfer, Nagelkäfer, Holzwespe, Splintholzkäfer

Vorbeugend können gegen die Holzschädlinge konstruktive Maßnahmen ergriffen werden. Chemischer Holzschutz eignet sich zur Vorbeugung und Bekämpfung von Holzschädlingen.

Häufig wird Schädlingsbefall erst bei Umbauten oder auch bei der Neueindeckung von Dächern festgestellt. Gerade im Altbaubereich ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Die Weitergabe der Information über einen möglichen Schädlingsbefall an die Betriebsleitung oder den Bauherren hat umgehend zu erfolgen, damit ein Sachverständiger frühzeitig hinzugezogen werden kann.

Beispiel einer thermischen Sanierung

Bei der Neueindeckung des Daches vom Gutshof Oberröddinghausen im Märkischen Kreis waren es die Dachdecker, die unter anderem an den Sparren Schädlingsbefall gemeldet haben. Bei genauerer Untersuchung durch einen Baubiologen wurde ein großflächiger, sanierungsbedürftiger Befall durch den Hausbock und den Holzwurm festgestellt. Eine Sanierung mit chemischen Mitteln hätte zwar die Schädlinge bekämpft, wäre aber immer auch ein Risiko für die Nutzer eines Hauses. Der Gutshof wurde im Mai 2015 thermisch saniert. Bei dieser Maßnahme wird außer hohen Temperaturen nichts eingesetzt, was Menschen oder Tieren nach der Maßnahme schaden könnte. Der Aufwand der bei der thermischen Sanierung betrieben wird ist allerdings nicht unerheblich! Zunächst wird das Gebäude mit speziellen Folien "eingepackt". Hierzu muß im Vorfeld ein entsprechendes Lattengerüst gebaut werden. Ist die Umhüllung so gut es geht luftdicht, wird mit Heizaggeregaten heiße Luft in das Gebäude geblasen. Über ein Netz aus Temperaturmessfühlern mit angeschlossenen Datenloggern wird in einem Messprotokoll nachgewiesen, dass die Kerntemperatur des Gebäudes auf über 55° Celsius aufgeheizt wurde. Während des Betriebs der Heizgeräte herrschen im Gebäudeinneren Lufttemperaturen zwischen 70° und 95°. Für den Einsatz der Messfühler werden "therisch ungünstige" Positionen gewählt, meistens im Bereich des Fußbodens. Damit Parkettböden, Treppen oder andere Einbauten aus Holz, durch zu geringe relative Luftfeuchte, nicht zu stark austrocknen erfolgt eine kontrollierte Befeuchtung. Ist die Kerntemperatur für mehrere Stunden erreicht worden, wird das Gebäude langsam wieder abgekühlt. An mehreren Stellen im Gebäde wurden Referenzschädlinge ausgesetzt. Sind diese "Probeschädlinge" nach der thermischen Sanierung tot, gilt dies als zusätzlicher Nachweis einer erfolgreichen Sanierung.

Ist ein Gebäude vom echten Hausschwamm befallen stößt die thermische Sanierung an ihre Grenzen. Häufig bezieht der Schwamm seine Nährstoffe aus dem an das Gebäude angrenzende Erdreich. Kann dies nicht mit aufgeheizt werden, ist der Schwamm nach einigen Jahren wieder aktiv.

Weil das zu sanierende Gebäude sehr groß ist, erfolgte die thermische Behandlung in zwei Bauabschnitten. Hier ist die linke Seite "in Behandlung". Während der gesamten Heiz-und Abkühlphase ist ein zweiköpfiges Team 24 Stunden vor Ort.
Aufgebrochene Fraßspuren des Holzbocks in einem Eichenbalken. Die oberflächlichen Löcher, die der Holzbock verursacht haben einen Durchmesser von ca. 4mm und sind oval. Die Eindring- und Schlupflöcherlöcher des Holzwurms sind kreisrund und haben ca. 2mm Durchmesser.


Zur Messung der Kerntemperatur eingebohrter Meßfühler. Das Kabel führt zum Datenlogger. In diesem Fall wurde der Temperaturverlauf an ca. 50 Stellen protokolliert.

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