Funktionsschichten: Unterschied zwischen den Versionen

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(Dampfdruckausgleichschicht)
(Dampfdruckausgleichschicht)
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===Dampfdruckausgleichschicht===
 
===Dampfdruckausgleichschicht===
Bei der Ausführung eines Flachdaches wird immer je nach Wetterlage eine geringe Menge Feuchtigkeit mit eingeschlossen. Diese Feuchtigkeit [[Funktionsschichten#Abdichtung|verdampft]] bei warmem sonnigen Wetter und dehnt sich aus. Ist keine Dampfdruckausgleichschicht vorgesehen, kann es zu Blasenbildung der Abdichtung kommen. Die Dampfdruckausgleichschicht gleicht also den Wasserdampfdruck zwischen der Wärmedämmung und der Abdichtung bei Temperaturschwankungen aus. Ausgeführt wird diese Schicht indem die erste Lage der Abdichtung nur punkt- oder sreifenweise auf der Dämmung verklebt wird. Hierdurch entsteht eine dünne Luftschicht, die dem Dampf die Möglichkeit bietet sich zu verteilen und an den Rändern (Wandanschluss) auszutreten.
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Bei der Ausführung eines Flachdaches wird immer je nach Wetterlage eine geringe Menge Feuchtigkeit mit eingeschlossen. Diese Feuchtigkeit [[Funktionsschichten#Abdichtung|verdampft]] bei warmem sonnigen Wetter und dehnt sich aus. Ist keine Dampfdruckausgleichschicht vorgesehen, kann es zu Blasenbildung der Abdichtung kommen. Die Dampfdruckausgleichschicht gleicht also den Wasserdampfdruck zwischen der Wärmedämmung und der Abdichtung bei Temperaturschwankungen aus. Ausgeführt wird diese Schicht indem die erste Lage der Abdichtung nur punkt- oder streifenweise auf der Dämmung verklebt wird. Hierdurch entsteht eine dünne Luftschicht, die dem Dampf die Möglichkeit bietet sich zu verteilen und an den Rändern (Wandanschluss) auszutreten.
  
 
===Abdichtung===
 
===Abdichtung===

Version vom 15. August 2020, 08:28 Uhr

Die Schichten haben folgende Funktionen

Tragschicht

Die Tragschicht kann entweder eine Stahlbetondecke, eine Holzunterkonstruktion mit Schalung oder eine Konstruktion aus Stahltrapezprofilblechen sein. Sie muss statisch so ausgelegt werden, dass sie den gesamten Dachaufbau und ggf. weitere Verkehrslasten mit Sicherheitszuschlägen trägt.

Stahlbeton bewegt sich unter einer Abdichtung in der Regel nicht und gilt deshalb als unproblematischer Untergrund für Abdichtungen. Weil die Oberfläche von Betondecken immer staubig (Zementreste, Sand) ist, eird die Oberfläche erst abgefegt oder abgesaugt. Wenn eine vollflächige Verklebung der Folgelage angestrebt wird, ist ein geeigneter Voranstrich aufzubringen. Soll das Schichtenpaket des Dachaufbaus mechanisch (Dübel und Schrauben) befestigt werden bildet Beton einen geeigneten Untergrund.

Holz als Tragschicht ist ein nagelbarer Untergrund und deshalb macht die Windsogsicherung der ersten Lage der Abdichtung wenig Probleme. Wird Holz jedoch zu nass eingebaut schwindet es, was zu Spannungen in der Abdichtung führen kann. Gelangt Wasser durch Undichdtiggkeiten an das eingebaute Holz kann Fäulnis die gesamte Unterkonstruktion zerstören. Beim Verlegen von Schweißbahnen ist zu berücksichtigen, dass Holz brennt. Ein direkter Kontakt von Flamme und Holz ist zu vermeiden.

Stahltrapezblech kann durch Bewegungen (Schwingen unter Last oder im Wind) zu Problemen mit der Dauerhaftigkeit einer Abdichtung führen. Die mechanische Befestigung des Schichtenpakets wird entweder mit speziellen Schrauben oder mit einer adhäsiven Befestigung (Verklebung) auf den Obergurten des Profils ausgeführt. Durch die Sicken zwischen den Obergurten besteht die Gefahr des "Durchtretens" bei der Verlegung der ersten Lage (Dampfsperre). Beschädigungen dieser Schicht sind mit geeigneten Klebebändern unverzüglich zu flicken.

Voranstrich

Der Voranstrich dient dazu losen Staub zu binden und die Haftung der folgenden Schichten am Flachdach zu verbessern. Es kann entweder eine Bitumenemulsion (auf Wasserbasis) oder eine Bitumenlösung (auf Lösungsmittelbasis) eingesetzt werden. Achtung: Lösungsmittel sind gesundheitsschädlich.

Trenn- und Ausgleichschicht

  • soll Spannungsrisse überbrücken
  • Materialunverträglichkeiten überbrücken
  • Längendehnungen ausgleichen

Um eine Trennschicht auszuführen muss nicht unbedingt eine Folie oder Dachbahn verlegt werden. Eine Trennschicht entsteht z. B. automatisch, wenn die Dampfsperre nicht mit der Tragschicht verklebt wird. Zur Windsogsicherung muss das Schichtenpaket (Dämmung und Abdichtung) in diesem Fall mit Schrauben mechanisch befestigt werden oder es ist eine Auflast aufzubringen.

Die Dampfsperre

  • verhindert die Wasserdampfdiffusion in die Dämmung hinein. Der Wasserdampf würde in der Dämmung in den flüssigen Aggregatzustand übergehen. Das wäre fatal, weil Wasser eine ca. 30-mal bessere Wärmeleitfähigkeit besitzt. Die Dämmung würde ihre Funktion verlieren und anfangen zu schimmeln, weil in einem unbelüfteten Flachdach dieses Kondenswasser nicht entweichen kann. Die Dampfsperre m u s s deshalb vollflächig verlegt und dampfdicht angeschlossen werden. Das bedeutet, dass in den Überlappungsbereichen und an den Anschlüssen geeignete Klebemassen/Klebebänder zu verwenden sind.
  • Dampfsperren können aus Kunststofffolien (PE Folie) oder aus Bitumenschweißbahnen (V60 S4 +Al 01) bestehen.

Dämmung

  • verlangsamt den Energietransport
  • ermöglicht ein behagliches Raumklima
  • mögliche Temperaturschwankungen werden ausgeglichen
  • verhindert Tauwasserbildung an der Deckenunterseite

Dampfdruckausgleichschicht

Bei der Ausführung eines Flachdaches wird immer je nach Wetterlage eine geringe Menge Feuchtigkeit mit eingeschlossen. Diese Feuchtigkeit verdampft bei warmem sonnigen Wetter und dehnt sich aus. Ist keine Dampfdruckausgleichschicht vorgesehen, kann es zu Blasenbildung der Abdichtung kommen. Die Dampfdruckausgleichschicht gleicht also den Wasserdampfdruck zwischen der Wärmedämmung und der Abdichtung bei Temperaturschwankungen aus. Ausgeführt wird diese Schicht indem die erste Lage der Abdichtung nur punkt- oder streifenweise auf der Dämmung verklebt wird. Hierdurch entsteht eine dünne Luftschicht, die dem Dampf die Möglichkeit bietet sich zu verteilen und an den Rändern (Wandanschluss) auszutreten.

Abdichtung

Verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit in das Unterdach. Bei einer Dachabdichtung handelt sich hier um eine wasserdichte Konstruktion aus Bitumendachdichtungsbahnen(DD-Bahnen), Bitumenschweißbahnen(S-Bahnen)oder Kunststoffbahnen (Hochpolymerbahnen). In diesen Bahnen sind Trägerlagen oder Kombinationen aus verschiedensten Trägereinlagen integriert, die die Eigenschaften der Bahnen modifizieren. Bei Kunsstoffbahnen sind häufig auch unterseitig Kaschierungen angebracht(Reduzierung des Kalandereffektes). Durch die vielfältige Anzahl der verschiedensten Werkstoffe und Verarbeitungen sind die heutigen Abdichtungsbahnen im weiten Maße flexibel einsetzbar. Nahezu jede Dachabdichtung auf dem Flachdach kann somit nach dem heutigem Stand der Technik und fachgerechter Verlegung wasserdicht gefertigt werden.

Dachdurchdringungen, wie Dunstrohre, Gullys, Lüfter, Antennenmasten müssen auf Flachdächern wasserdicht angeschlossen werden. Diese müssen untereinander mindestens einen Abstand von 30 cm haben. Diese können mit

  • Klebeflanschen
  • Anschweißflansche
  • Dichtungsmanschetten
  • Klemmflanschen

ausgeführt werden.

Filtervlies

Verhindert das Eindringen von Staub und Schwebepartikeln in die Dämmung. Ohne Filtervlies könnten sich bei einem offenporigen Dämmstoff die Luftporen allmählich zusetzen und die Dämmwirkung reduzieren.

Oberflächenschutz/Auflast

  • schützt die Abdichtung vor UV-Strahlung
  • vermindert Temperaturschwankungen
  • lässt die Begehung zu für Wartungs-/Sanierungsarbeiten
  • reduziert als Auflast die Zug- und Druckkräfte bei Windlasten
  • schützt vor Flugfeuer

Man unterscheidet:

   * leichten Oberflächenschutz
   * schweren Oberflächenschutz

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