Bitumen

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Vorteile

Bitumen eignet sich besonders gut für die Herstellung von Dachbahnen wegen

   * seines thermoplastischen Verhaltens (unter Wärmeeinwirkung verformbar)
   * seiner guten Haftfähigkeit
   * seiner Wasserdichtigkeit

Gewinnung/Bitumensorten

Quelle:www.chids.de
Bitumen ist ein Erdölprodukt. Es entsteht bei der Destillation von Rohöl. Wird das Bitumen unter normalem, atmosphärischem Druck hergestellt, spricht man von Destillationbitumen. Hochwertigeres Bitumen entsteht bei der Destillation unter Unterdruck. Dann sprich man von Hochvakuumbitumen. Dieses Bitumen ist reiner und hat daher bessere und vorteilhaftere Eigenschaften. Zur weiteren Verbesserung der Eigenschaften wird durch das heiße Bitumen Sauerstoff geblasen. In diesem Fall spricht man von geblasenem Bitumen oder Oxidationsbitumen. Diese Bitumensorte ist besonders wärme- und kältebeständig. Bei der Herstellung von Bitumenbahnen werden im Allgemeinen Destillations- und geblasenen Bitumen eingesetzt. Unter Polymerbitumen versteht man ein Gemisch von Bitumen und Kunststoff. Die verschiedenen Bitumensorten kann man an ihrer Kurzbezeichnung erkennen, die das angewandte Prüfverfahren und die Qualität beschreiben.

sonstige Erdölprodukte

Bitumenemulsionen und Bitumenlösungen sind Mischungen.

  • Die Emulsion besteht aus Bitumen und Wasser als Emulgator.
  • Die Lösung besteht aus Bitumen und Benzin als Lösungsmittel.

Im Bereich des Bautenschutz werden überwiegend Bitumenemulsionen zu so genannten Dickbeschichtungen verarbeitet. Diese dienen vorwiegend der Abdichtung von Gebäudebereichen die drückendem oder nicht drückendem Grundwasser ausgesetzt sind.

Bitumenlösungen werden in der Regel als dünnflüssige Grundierung oder auch Schutzanstriche verwendet. Als Abdichtungen sind Bitumenlösungen nicht mehr zugelassen.

Prüfverfahren

Die folgenden Prüfverfahren werden zur Qualitätskontrolle von Bitumen angewandt.

Penetration Auf eine Bitumenprobe wirkt für ca 5 Sek. eine Prüfnadel ein. Die Eindringtiefe der Nadel in die Bitumenprobe in 1/10 mm ergibt die Penetration. Penetration.gif
Ring-Kugel Versuch Eine Bitumenprobe, die in einen Prüfring von ca 2 cm eingefüllt worden ist und die mit einer kleinen Kugel belastet wird, wird in ein Eintauchbad gesetzt, das langsam erwärmt wird. Gemessen wird die Temperatur, wenn die  das Bitumen durch das Gewicht der Kugel 24.5 mm durchhängt. RingKugel.gif
Duktilität Gemessen wird die Streckbarkeit bei einer vorgegebenen Temperatur

Kennzeichnung

Der nachfolgenden Tabelle können die für Destillations- und Oxidationsbitumen üblichen Prüfverfahren und die daraus resultierende Kennzeichnung entnommen werden.

Bitumensorte
Prüfverfahren
Kennzeichnung
Destillationsbitumen
Penetration
B10, B20 bis B200

Die Zahl ist die Eindringtiefe in 1/10 mm

Oxidationsbitumen
Penetration und Ring-Kugel
100/75 o.ä.

Die erste Zahl gibt die Temperatur aus dem Ring-Kugel Versuch an. die zweite ist das Ergebnis der Penetrationprüfung.

Anmerkung:

Für steile Dächer sind Bitumen mit hohem Erweichungspunkt und großer Härte zu verwenden (z.B. 115/15)


Bei Bitumen mit der Kennzeichnung 115/15 handelt es sich also um Oxidationsbitumen mit einer Penetration von 1.5 mm und einem Erweichnungstemperatur von 115°