Bauwerksabdichtung

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Bei Bauwerksabdichtungen wird unterschieden zwischen Abdichtungen gegen

   * nichtdrückendes Wasser
   * drückendes Wasser

Unter nichtdrückendem Wasser versteht man

   * Bodenfeuchtigkeit
   * sich aufstauendes Sickerwasser


Bei drückendem Wasser unterscheidet man
   * drückendes Wasser von außen (Grundwasser) und
   * drückendes Wasser von innen (Schwimmbäder, Wasserbehälter)

drückendes Wasser

Eine wasserdruckhaltende Abdichtung wird erforderlich, wenn das Gebäude unterhalb des Grundwasserspiegels steht. Die Abdichtung muss dem Wasserdruck standhalten. Die Abdichtung muss daher als geschlossene Wanne ausgebildet werden, die das Bauwerk ganz umschließt. Man spricht in diesem Fall von einer schwarzen Wanne.

Sie kann ausgeführt werden mit Bitumenschweißbahnen oder Bitumendichtungsbahnen, die mindestens eine Gewebe oder Kupfereinlage besitzen, oder Kunststoffbahnen.

Es ist darauf zu achten, dass Kehlen und Kanten abgerundet werden.

Die Abdichtung muss eine geschlossene Wanne bilden, die mindestens 30 cm über den Höchstwasserstand reicht.

nichtdrückendes Wasser

Nichtdrückendes Wasser kann durch Kapillarwirkung in den Wandbaustoff eindringen. Gegen die natürliche Bodenfeuchte und langsam ablaufendes Sickerwasser sind in Maßnahmen zu ergreifen. Im folgenden sind die Besonderheiten in drei Bereichen aufgeführt

Bodenplatte

Die Bodenplatte ist gegen Bodenfeuchte nach unten zu sichern. Die Schichtenfolge könnte z.B. wie folgt aussehen:

   * kapillarbrechende Schicht unter der Bodenplatte
   * Trennschicht
   * Schutz des Kellerbodens durch flächige Abdichtung
   * Bodenplatte

Die Abdichtung kann ausgeführt werden in:

   * Bitumenbahnen
   * Kunststoffbahnen
   * Asphaltmastix

Die kapillarbrechenden Schicht besteht aus grobkörniger Kies- oder Schotterschüttung

Erfolgt die Abdichtung auf der Bodenplatte unterhalb des Estrichs, so ist die Abdichtung an der Wand ca. 10 cm hoch zu ziehen.

Anmerkung: Auf der Bodenplatte könnte alternativ auch eine Dämmung und darauf der Estrich verlegt sein.


Wandflächen

Außerdem müssen Wandflächen gegen seitliche Feuchtigkeit abgedichtet werden. Hier sähe die Schichtenfolge wie nebenstehend abgebildet aus und bestünde aus

   * tragende Wand
   * Voranstrich
   * senkrechte Abdichtung
   * waagerechte Abdichtung
   * Dränplatten
   * Perimeterdämmung

Die Abdichtung kann ausgeführt werden in

   * Bitumen-,
   * Polymerbitumenbahnen,
   * kaltselbstklebende Bitumendichtungsbahnen
   * Bitumendickbeschichtung


Übergang Bodenplatte - Mauerwerk

Die Bodenplatte überragt im allgemeinen, wie in der Abbildung zu sehen, das Mauerwerk. Im Kehlbereicht ist die Abdichtung so in die waagerechte zu führen, dass keine Bruchstelle entsteht.

Anmerkung: Dies kann z.B. erfolgen, indem man die Ecke mit Speis füllt und anschließend eine (Bier-)Flasche durch die Ecke zieht.


weiße Wanne

Wird dagegen Bodenplatte und Wand aus wasserundurchlässigem Beton ausgeführt und die Arbeitsfugen besonders sorgfältig abgedichtet, so spricht man von einer weißen Wanne.